Ferne Klangwelten, große Gefühle und ein kesser Nikolaus

Orchesters der FFW Dirlos spielte Jahreskonzert im ausverkauften Schlosstheater

Mit großer Vorfreude auf die nächsten zweieinhalb klangreichen Stunden, begrüßte der erste Vorsitzende Thomas Lichtner ein durchweg enthusiastisches Publikum im mit gut 700 Plätzen ausverkauften Schlosstheater in Fulda. Am Vorabend des 2. Advents leitete er damit ein Konzert großer Emotionen, zahlreicher Musikstile und überwältigenden Leinwandbilden ein, das die Zuhörer dem Motto gerecht in ferne Welten blicken ließ. Schon mit dem prachtvollen Eröffnungsstück, der Jupiter Hymne von Gustav Holst (Arr. Johan de Meij), konnten die 55 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Karl-Heinz Vogel ihr Können und die investierte Probenarbeit unter Beweis stellen. Charmant leiteten die Moderatoren Stefanie Marth und Klaus Roth über den großen Teich zum nächsten Stück über, der New York Overture. Die pulsierende Komposition von Kees Vlak vertont lebhaft eine aufregende Rundfahrt durch die berühmte Stadt, die niemals schläft. Dabei glänzte Solistin Alexandra Klüh mit schmissigen Tönen an der Trompete. Zurück über den großen Teich verweilte das Orchester eine Zeit lang beim sympathischen Nachbarn Bayern. In Ben Heamouts Bavarian Pictures durften die Zuschauer eindrucksvoll und bildgewaltig Land und Leute unter blauweißer Flagge aus der Vogelperspektive betrachten. Danach ging es ein Stück weiter gen Osten, in Tschechiens zweitgrößte Stadt Brünn. Seine Liebe zur Stadt hat Karel Hulak im lebhaften 2/4-Takt seiner Brinpolka (Arr. Franz Kühnel) ausgedrückt. Da ein Strauß in einem guten Konzert unmöglich fehlen darf, lud das Walzermedley Rosen aus dem Süden (Arr. Siegfried Rundel) anschließend zum Mitwippen und Genießen ein. Nach der eher ruhigen Walzersammlung riss Andreas Hagers pompöser Von der Tann-Marsch (Arr. Walter Tuschla) das Publikum als letztes Stück vor der Pause aus den Sitzen.

Am komplett erneuerten Schlagwerk trommelten sich die Schlagzeuger bei Van McCoys African Symphony nach einem Arrangement von Naohiro Iwai zu Beginn der zweiten Konzerthälfte in die Herzen des Publikums. Es folgte ein weiteres Arrangement des Japaners, American Graphity (auch: American Beauties). Bei der bunten Sammlung amerikanischer Unterhaltungsmusik brillierten Alicia Herber und Rainer Klüber am Tenorsaxophon. Tragisch und schön zugleich präsentierte das Feuerwehrorchester das Musicaldrama Miss Saigon aus der Feder von Claude-M. Schönberg (Arr. Jay Bocook). Die theatralische Stimmung wurde dann mit dem fröhlichen Jackson 5 Medley (Arr. Takashi Hoshide) und den bekanntesten Songs der vom damals jungen Michael Jackson angeführten Soul-Band durchbrochen. Dabei blühten gleich mehrere Solisten auf, darunter Janina Ruppel an der Querflöte, Frank Jacobi am Saxophon und Alexander Weishahn an den Drums. Mit Schwung und Besinnlichkeit wurden danach passend zur Adventszeit die Stücke The Polar Express (Arr. Jerry Brubaker), Christmas On Broadway (Arr. John Higgins) und als Zugabe Mary’s Boy Child (Arr. Philip Sparke) mit dem Solisten Roland Herbig an der Bassklarinette dargeboten. Zur Überraschung des Publikums kam zuletzt der Nikolaus höchstpersönlich vorbei, bepackt mit Geschenken und einer gehörigen Portion Schlagfertigkeit. Er lobte das Orchester für sein gelungenes 40. Jahreskonzert, dem Vorstand für sein Engagement im Umbau des Probenraums und der Eröffnung der musikalischen Früherziehung und wünschte dem neuen Dirigenten des Jugendorchesters, dem 23-jährigen Musikstudenten Raimund Lippok, alles Gute für seine weitere Zukunft in der Nachwuchsförderung. Danach endete ein kurzweiliger Konzertabend mit Standing Ovations und rundum zufriedenen Zuhörern.

Ferne Klangwelten, große Gefühle und ein kesser Nikolaus